Pflastersteine verfugen: alte Fugen erneuern, Schritt für Schritt

Kurz gesagt
Pflastersteine verfugst du in sechs Schritten: alte Fuge auskratzen, Fläche reinigen, trocknen lassen, neues Material einkehren, verdichten und Reste abkehren, nach dem ersten Regen nachsehen. Für eine Sandfuge reicht es, die Fuge so weit freizulegen, wie Schmutz und Bewuchs sitzen. Polymersand und Mörtel brauchen laut Hersteller mindestens 3 cm freie Tiefe und das passende Wetter. Sand nachfüllen schaffst du an einem Nachmittag, eine ganze Fläche tief auskratzen und fest verfugen ist dagegen richtig viel Arbeit.
Pflastersteine verfugen: die Anleitung
Egal ob Sand, Polymersand oder Mörtel: Der Ablauf ist immer gleich. Was sich je Material ändert, steht jeweils dabei.
- Alte Fuge auskratzen. Mit Fugenkratzer oder Fugenbürste Bewuchs, Moos und verschmutzten Sand herausholen. Für Sand so tief, wie der Schmutz sitzt, für Polymersand und Mörtel mindestens 3 cm.
- Fläche reinigen. Ausgekratztes Material abkehren, Steine und Fugenflanken gründlich säubern. Neues Fugenmaterial hält nur an sauberen Steinkanten.
- Trocknen lassen. Sand und Polymersand kommen nur auf trockene Steine, sonst klebt das Material an der Oberfläche. Mörtel braucht dagegen eine vorgenässte Fläche.
- Neues Material einkehren. Material verteilen und mit dem Besen schräg zur Fuge einkehren, bis die Fuge randvoll ist. Mörtel wird eingeschlämmt, also mit Wasser in die Fuge gearbeitet.
- Verdichten und abkehren. Sand mit Wasser einschlämmen, nachfüllen, wieder einschlämmen. Bei Polymersand jeden Rest von der Steinoberfläche kehren, erst dann nach Anleitung wässern. Mörtelreste mit dem Gummischieber abziehen.
- Nachsehen und nachfüllen. Nach dem ersten kräftigen Regen sackt Sand etwas nach. Fehlendes Material einkehren, feste Fugen in der Zeit nach Herstellerangabe schonen.
Das brauchst du
- Fugenkratzer oder Fugenmesser, für große Flächen eine elektrische Fugenbürste
- harten Besen und Handfeger, für Mörtel einen Gummischieber
- Gartenschlauch mit Brause oder Gießkanne
- Eimer, Schaufel, Schubkarre für das alte Material
- Fugenmaterial passend zur Fugenbreite, dazu Knieschoner und Handschuhe
Erst prüfen: nachfüllen oder ganz neu verfugen?
Bevor du loslegst, schau dir die Fugen an einem trockenen Tag genau an. Was du siehst, sagt dir, wie viel Arbeit vor dir liegt.
| Was du siehst | Was dahintersteckt | Was hilft |
|---|---|---|
| Fugen leer gespült | Sand wurde ausgewaschen oder weggekehrt | Sand nachfüllen, gut selbst machbar |
| Moos und Unkraut in den Fugen | Schmutz und Samen sitzen in der alten Füllung | auskratzen, reinigen, neu verfugen |
| Feste Fuge bröckelt oder reißt | zu flach eingebaut oder Bewegung im Unterbau | alte Füllung raus, Ursache prüfen |
| Steine wackeln oder sind abgesackt | der Unterbau trägt nicht mehr | Steine neu setzen, eine Fuge allein hilft nicht |
Alte Pflasterfugen auskratzen und reinigen
Das Auskratzen ist der anstrengendste Teil. Mit einem Fugenkratzer ziehst du die alte Füllung Fuge für Fuge heraus. Eine elektrische Fugenbürste geht schneller, bei fest verwurzeltem Material hilft aber oft nur der Kratzer.
Wie tief es sein muss, hängt vom neuen Material ab. Sand und Splitt kannst du auf die alte Füllung nachfüllen, solange sie sauber ist. Polymersand und Mörtel brauchen laut Hersteller mindestens 30 mm freie Tiefe, Natursand mindestens 20 mm. Ist die Fuge flacher, bricht die neue Füllung später heraus.
Pflasterfugen reinigen vor dem Verfugen
Nach dem Auskratzen bleiben Krümel, Erde und Wurzelreste an den Steinkanten. Gekehrt und gespült werden muss deshalb gründlich. Der Hochdruckreiniger spült lose Füllung schnell aus, reißt mit dem Punktstrahl aber auch Sand aus der Bettung und raut den Stein auf. Wie du ihn schonend einsetzt, steht im Ratgeber zum Hochdruckreiniger.
So machen wir es Wir reinigen mit heißem Wasser und Flächenreiniger, der das gelöste Material direkt absaugt. Für feste Fugen räumen wir die alte Füllung auf mindestens 30 mm aus und verfugen an sauberen Steinflanken neu.
Welches Material in die neue Fuge gehört
Das Material richtet sich nach Fugenbreite, Fugentiefe und danach, ob über die Fläche gefahren wird. Die Tabelle zeigt, was die Hersteller angeben. Die Unterschiede im Detail stehen im Ratgeber zum Fugenmaterial.
| Material | Fugenbreite und Tiefe | Verarbeitung | Nutzbar |
|---|---|---|---|
| Quarzsandlose Fuge | 1 bis 5 mm | trocken einkehren und einschlämmen | sofort |
| Natursandhalbfest | ab 1 mm, ab 20 mm tief | einkehren, auch ab 0 °C und bei Nieselregen | sofort begehbar |
| Polymersandfest, elastisch | ab 1 mm, ab 30 mm tief | auf trockene Steine einkehren, Reste abkehren, wässern | begehbar nach 24 bis 48 h, belastbar nach etwa 7 Tagen |
| 1K- und 2K-Mörtelfest | ab 3 mm, ab 30 mm tief | Fläche vornässen, einschlämmen, abziehen | begehbar nach 24 h, belastbar nach etwa 7 Tagen |
| Splittlose Fuge, grob | breite Fugen | einkehren, einschlämmen | sofort |
Richtwerte laut Herstellerangaben bei etwa 20 °C. Bei Kälte und Feuchte dauert das Aushärten länger. Die Anleitung deines Materials geht immer vor.
Wird die Fläche befahren, ist eine feste Fuge nur so gut wie der Unterbau darunter. Senken sich Steine, reißt Mörtel an den Flanken. Für eine Auffahrt mit Bewegung bleibt eine lose Fuge oft die bessere Wahl. Mehr dazu im Ratgeber zur festen Fuge.
Wann du verfugen solltest
Sand geht fast immer, solange die Steine trocken sind. Bei festen Fugen entscheidet das Wetter über das Ergebnis: Laut Hersteller brauchen Polymersand und 2K-Mörtel 5 bis 25 °C am Stein, 1K-Mörtel über 0 bis 30 °C. Polymersand kommt nur auf trockene Steine, Mörtel geht auch bei Nieselregen. Danach muss die Fuge je nach Material 24 bis 48 Stunden vor Regen geschützt sein. Plane dafür ein paar trockene, frostfreie Tage ein, also eher zwischen April und Oktober.
Verfugst du saugfähige Steine mit Mörtel, kann das Bindemittel die Oberfläche dunkler färben. Hersteller raten deshalb, saugfähige Steine vor dem Verfugen zu imprägnieren, nicht danach. Was Imprägnieren bringt, steht im Ratgeber versiegeln oder imprägnieren.
Typische Fehler beim Verfugen
- Polymersand auf feuchte Steine. Das Bindemittel klebt an der Oberfläche und hinterlässt einen Film, den du kaum wieder abbekommst.
- Reste nicht abgekehrt. Was beim Wässern auf dem Stein liegt, bindet dort an. Erst sauber kehren, dann wässern.
- Zu flach ausgekratzt. Feste Fugen unter 3 cm Tiefe brechen unter Last und Frost wieder heraus.
- Mörtel auf trockenen, saugfähigen Steinen. Ohne Vornässen saugt der Stein Bindemittel auf und bekommt Ränder oder einen Schleier.
- Feste Fuge auf nachgiebigem Unterbau. Senkt sich ein Stein, reißt die Fuge. Mörtel gleicht keine Setzungen aus.
- Zu früh drübergefahren. Feste Fugen brauchen etwa eine Woche, bis sie voll belastbar sind.
Pflaster selbst verfugen oder verfugen lassen?
Sand nachfüllen kostet dich ein paar Sack Quarzsand und einen Nachmittag. Das lohnt sich fast immer selbst. Eine ganze Fläche tief auskratzen, reinigen und fest verfugen ist etwas anderes: Das Auskratzen dauert bei großen Flächen mehrere Tage, das Wetter muss mitspielen, und Fehler wie ein Bindemittelfilm lassen sich kaum rückgängig machen.
| Arbeit | Selbst | Mit uns |
|---|---|---|
| Sandfuge nachfüllen | gut machbar, wenig Werkzeug | lohnt sich zusammen mit einer Reinigung |
| Fugen auskratzen | mühsam, bei großen Flächen mehrere Tage | mit Heißwasser und Flächenreiniger in einem Arbeitsgang |
| Feste Fuge aus Polymersand oder Mörtel | machbar, wenn Tiefe, Wetter und Reinigung stimmen | Material nach Fugenbreite, Imprägnierung vorher, wenn nötig |
Fugensanierung bei Pflasterlux
13,50 € je m² mit Reinigung, Richtwert für Pflaster 20 × 10 cm, inklusive MwSt.
Jeder Preis enthält die Steinreinigung mit Heißwasser, das Material und bei festen Fugen das Ausräumen auf 30 mm: Quarzsand 13,50 €, mit Imprägnierung 17,90 €, Natursand mit Imprägnierung 20,90 €, fester Polymersand mit Imprägnierung 25,90 €, 1K-Mörtel 27,90 €, 2K-Mörtel 33,90 €. Andere Steine und breitere Fugen rechnet der Preisrechner. Mindestauftrag je nach Entfernung ab 450 €, Anfahrt inklusive.
Zur Fugensanierung

Auffahrt in Meddewade: Fugen ausgeräumt und mit Polymersand neu verfugt
- Fläche
- 70 m² Auffahrt
- Ort
- Meddewade
Unkraut in jeder Fuge. Wir haben mit heißem Wasser gereinigt und das Unkraut behandelt, die alte Füllung ausgeräumt, mit Polymersand neu verfugt und die Steine imprägniert.
Häufige Fragen
Wie tief müssen Pflasterfugen ausgekratzt werden?
Für Sand so tief, wie Schmutz und Bewuchs sitzen. Für Polymersand und Mörtel laut Hersteller mindestens 3 cm, für Natursand mindestens 2 cm.
Kann man über alte Fugen drüber verfugen?
Mit Sand ja, wenn die alte Füllung sauber ist. Eine feste Fuge auf alter Füllung hat keinen Halt und bricht wieder heraus.
Kann man bei Regen Pflaster verfugen?
Sand und Polymersand nicht, sie brauchen trockene Steine. Natursand und Mörtel lassen sich laut Hersteller auch bei Nieselregen einbringen. Danach braucht eine feste Fuge je nach Material 24 bis 48 Stunden ohne Regen.
Wann kann ich nach dem Verfugen wieder drüberfahren?
Bei Sand und Splitt sofort. Polymersand und Mörtel sind laut Hersteller nach 24 bis 48 Stunden begehbar und nach etwa 7 Tagen voll belastbar.
Womit verfugen, damit kein Unkraut wächst?
Eine feste Fuge aus Polymersand oder Mörtel erschwert den Durchwuchs von unten deutlich. Samen, die sich oben im Schmutz absetzen, keimen trotzdem. Regelmäßig kehren gehört auch bei der festen Fuge dazu.
Was kostet es, Pflaster neu verfugen zu lassen?
Bei Pflaster 20 × 10 cm kostet es bei uns 13,50 € je m² mit Reinigung und Quarzsand, eine feste Fuge aus Polymersand mit Imprägnierung 25,90 € je m², jeweils inklusive MwSt. und Anfahrt. Andere Steine und Fugen rechnet der Preisrechner.
Quellen
- Betonverband Straße, Landschaft, Garten: Betonpflasterdecken regelgerecht herstellen, 09/2010
- Betonsteinhersteller: Reinigung und Pflege von Pflaster
Recherche und Entwurf mit KI-Unterstützung, geprüft von der Pflasterlux-Redaktion. Stand 3. November 2026. Rechtliche Hinweise sind keine Rechtsberatung. Preise inklusive 19 % MwSt.


